… Und ich bin wieder allein, allein..
Grade habe ich meine Bachelorthesis in den Copyshop gebracht zwecks Publikation auf reinweißen 80gramm Pflanzenfasern und Bindung in einer Klebeheftung. Die Messe ist also gelesen, die Wurst ist vom Teller. Trotzdem fühle ich mich nicht gut. Irgendwie plagt mich die “Gewissheit” irgendwas total wichtiges vergessen oder übersehen zu haben.
Zunächst war ich sogar davon ausgegangen, den Namen meines Profs auf dem Titelblatt falsch geschrieben zu haben. Dies erwies sich jedoch glücklicherweise als nicht der Fall.
So langsam kann ich mich dann jetzt auch wieder auf den Weg machen, die Ergebnisse abzuholen. Ich bin gespannt. Vielleicht fühle ich mich befreiter, wenn ich die Dinger tatsächlich in der Hand halte.
Gut, dass es nächsten Montag alles vorbei ist. Der Stress in den letzten Wochen und Monaten fängt so langsam an, seinen Tribut zu fordern. Es begann noch recht harmlos mit gelegentlichen Schlafstörungen, die auch unter der Woche halbwegs erträglich waren. Man gewöhnt sich ja an alles.
Seit einigen Tagen kommen aber noch Probleme wie mangelnde Nahrungsverträglichkeit hinzu. Das kann mittel- bis langfristig zum Problem werden, denn momentan kann ich faktisch nichts essen, ohne das mich Nahtod-mäßige Magenkrämpfe plagen. Und das so bis zu 2 Stunden nach jeder “Mahlzeit” (die ich so in der Form ja kaum noch durchführen kann).
Als wäre das nicht schon nervig genug, werde ich grade in den letzten Tagen immer vergesslicher und unkonzentrierter. Ich meine ein wenig kennt das ja jeder. Man steht auf, geht irgendwo hin um irgendetwas zu erledigen – kommt dort an (zB Küche) und hat in diesem Moment schon vergessen, was man eigentlich wollte. Kommt vor. Ich behaupte das noch auf die Spitze treiben zu können. Mir ist es jetzt zum dritten Mal passiert, dass ich auf der Arbeit am PC sitze und mir irgendwas einfällt, was ich jetzt tun oder nachschlagen soll. Ich wechsle also in den Firefox und drücke STRG+T um einen neuen Tab zu öffnen. Aber noch bevor dieser leere Tab zu sehen ist, habe ich wieder vergessen, was ich eigentlich wollte. Biberkacke.
Mittlerweile zähle ich die Stunden bis zur Abgabe runter – in der Hoffnung, dass es mit mir dann wieder auf geht.
Naja solange ich nicht mittem im Satz vergesse zu….
Ab heute sind es noch genau 14 Tage bis zur Abgabe meiner Bachelorthesis. Als ich vor 2 Wochen die Verlängerung um weitere 2 Wochen beantrag habe (also insgesamt 4 Wochen vor Abgabe), war ich recht zuversichtlich, dass ich das ganze recht entspannt über die Bühne bekommen werde.
Dementsprechend habe ich den großen Fehler gemacht und einen Gang zurückgeschaltet. Jetzt 2 Wochen vor Abgabe stelle ich fest, dass ich nicht nur einen Gang, sondern gleich in den Leerlauf geschaltet habe. In den letzten zwei Wochen ist faktisch nichts passiert, was von Belang wäre. Lediglich einiges an dem praktischen Teil habe ich weiterentwickelt.
Was folgt? Klar! Stress! Mir fehlen noch immer knapp 20 Seiten Text, der Anhang will noch organisiert und zusammengestellt werden, von dem orthographischen Ground-Zero, den die Arbeit repräsentiert ganz zu schweigen. Wann ich das jetzt noch alles schaffen soll ist mir leider zweifelhaft.
Naja … ich geh dann mal an die Arbeit.
Geschafft. Die 40. Seite ist voll. Ein langer, harter, beschwerlicher Kampf.
Eigentlich ist das nur bedingt ein Grund zur Freude, denn schließlich sind 2/3 der verfügbaren Zeit bereits verstrichen und vom praktischen Teil ist auch noch keine einzige Zeile Code geschrieben.
Trotzdem fällt mir jetzt erstmal ein kleiner Stein vom Herzen. Ich werde mir jetzt ein Pause gönnen, bevor es dann später mal mit dem praktischen Teil der Arbeit weitergehen soll.
Aufschieben (auch Prokrastination, Aufschiebeverhalten, Handlungsaufschub) ist eine Bezeichnung für das Verhalten von Menschen, die das Erledigen notwendiger, aber ihnen unangenehmer Dinge immer wieder verschieben.
Manche Menschen sind wesensbedingt erhöht motivationsabhängig, sie schaffen es nur unter großer Überwindung, Tätigkeiten, die als langweilig empfunden werden (und deren Gewinn erst sekundär oder zukünftig entsteht), in Angriff zu nehmen. Dabei sind sich die Betroffenen der ihnen durch das Verschieben entstehenden persönlichen Nachteile durchaus bewusst, was Unlust oder sogar Angst auslöst, die aber als Negativgefühle ihrerseits das In-Aktion-Treten erschweren oder gar verunmöglichen. Ein Teufelskreis entsteht: Die Betroffenen nehmen sich immer wieder vor, die unangenehmen Aufgaben zu einem bestimmten Zeitpunkt zu erledigen – doch sie lassen diese Zeitpunkte auch immer wieder verstreichen. Dadurch wachsen Angst, Scham und Druckgefühl stark an, welche als Negativgefühle ihrerseits zusätzlich das In-Aktion-Treten untergraben.
Siehe auch: Schreibblockade
Klingt übel. Gleich morgen sollte ich das Problem angehen…
Aus Wikipedia
.. mit der Bachelor-Arbeit. Da nimmt man sich mal Samstags Abends zurück (war ja eh nix los), geht nach zwei Fläschen Beck’s um halb eins ins Bett, um dann am kommenden Sonntag (heute) entspannt und ausgeschlafen mindestens 15 Seiten durchzuziehen.
Und was ist? Ich sitze mehr krumm als grade vor dem Schreibtisch mit einem Kopf gefühlt so groß wie die A2-Abfahrt Hamm-Uentropp. Großartig. Zwei Absätze hab ich geschrieben. Jetzt werd ich mich wohl nochmal hinlegen und hoffen, dass die Kopfschmerztabletten schnell helfen.
In einem der ersten Kapitel meiner Bachelorarbeit geht es anfänglich kurz um die Evolution der Programmiersprachen. Dabei bin ich auf den Wikipedia Artikel “Geschichte der Programmiersprachen” gestoßen und fast aus dem Staunen nicht wieder rausgekommen.
Der erste Compiler (wie wir ihn heute kennen) wurde 1952 von einer Informatikpionierin entwickelt. Ja – richtig gelesen, eine Pionierin.
Grace Hopper, Jahrgang 1906, entwickelte ihn und war auch Maßgeblich an den Supercomputern Mark I und Mark II an der Harvard University beteiligt. 1959 entwickelte sie zusammen mit einigen anderen ganz findigen Leuten die Sprache COBOL. Das brachte ihr den heute noch verbreiteten Namen “Grandma COBOL” ein.
Weiterhin war sie Admiral der Navy Reserve. Nur so ist wohl dieses patriotische Foto zu erklären. Meine Damen und Herren, darf ich vorstellen: Grandma COBOL
Kam grade per E-Mail rein. Großartig. Wird direkt ausgedruckt. Danke an Tim!
… die Küche ist geputzt, das Zimmer ist sauber, Wäsche gewaschen und gebügelt. Zu allem Überfluss ist mittlerweile auch die benötigte Literatur einegtroffen.
Verdammt – dann muss ich wohl langsam anfangen, meine Bachelorthesis zu schreiben. Da ich bereits erste Erfahrungen in LaTex habe, werd ich die Arbeit in Tex schreiben. Zusammen mit nem guten Eclipse-Plugin eine gute Sache.
Ich denke, ich werd hier ab und an mal was zum Thema bloggen. Auch worum es in der Thesis geht, will ich in den nächsten Tagen und Wochen mal näher erläutern… sofern es jemanden interessiert?! ;o)
Also, falls man mich mal nicht sieht – sucht nicht nach mir, ich hänge vor dem Schreibtisch!
PS: Ja, die Bücher brauche ich wirklich alle; und nein, ich werde sich nicht alle komplett lesen


