14 Mrz 2010

Warum ich Stefan Raab für einen wirklich kompetenten, diplomatisch korrekten und vernünftigen Entertainer und Musiker halte, erklärt sich aus Raabs Antwort auf der letzten PK von “Unser Star für Oslo” auf die Bemerkung, dass die Show nur eher mäßige Einschaltquoten erlangte:

“Glauben Sie nicht, dass wir nicht wüssten, wie wir mit so einer Show locker zehn Prozent mehr machen könnten. Wir wissen wie das geht. Aber das machen wir aus Anstandsgründen nicht. Das ist der Punkt. Für mich persönlich ist wichtig, dass ich das was ich mache, so mache, wie ich es für richtig halte. Die letzten Register ziehen könnten wir auch, aber machen wir nicht. (Quelle: DWDL)

Hat mich sehr beeindruckt.

20 Sep 2009

..sind genau 4,9%!

Warum? Das ist recht vielfältig. Ich habe sehr großen Respekt vor dem, was die Piratenpartei gerade in den letzten Wochen so erreicht hat. Diese Massen im Internet zu erreichen und zu einer politischen Meinung zu bewegen ist ein Erfolg ohne Gleichen. Es gelingt in der Tat nicht vielen aus einer großen, unpolitischen Masse einer Politik zumindest nicht mehr verdrossene zu formen.
Natürlich spielen auch die ‘politischen’ Ziele der Partei eine Rolle. Wahrscheinlich denken alle Leser der Zielgruppe meines Blogs (also Du, vor deinem Feedreader) genauso wie ich, dass die Internet-Zensur scheiße und die verdachtsunabhängige Vorratsdatenspeicherung ein Werk des Teufels persönlich ist.

Aber viele Ziele – oder vielmehr Ideale – der Partei sind mir völlig fern. Video-Überwachung an öffentlichen Plätzen ist in meinen Augen würdig und recht, wenn sich dadurch Verbrechen wesentlich schneller aufklären lassen oder optimalerweise durch Abschreckung gar nicht erst geschehen. Ebenso zweifelhaft finde ich die Idee der Informationellen Selbstbestimmung. Hierbei ist die Grundidee, das jeder frei bestimmen kann, wer welche Informationen über einen selbst erhalten, speichern und weitergeben darf. Wenn man nun einmal diesen Gedanken weiterdenkt, so macht sich doch jemand, der keinerlei Daten über sich bei irgendwem speichern lässt viel verdächtiger als jemand, der mit seinen Daten im sagen wir mal “normalen” Umfang umgeht. Aber genau dieser Falsche Verdacht soll doch durch mehr Anonymität verhindert werden. Ich denke, die Idee geht nicht ganz auf.

Viel schlimmer finde ich aber die geplante Neuregelung des Urheberrechts. Aus dem Wahlprogramm (sofern man es denn so nennen kann) der Piraten ist zu entnehmen:

“Die derzeitigen gesetzlichen Rahmenbedingungen im Bereich des Urheberrechts beschränken jedoch das Potential der aktuellen Entwicklung, da sie auf einem veralteten Verständnis von so genanntem “geistigem Eigentum” basieren, welches der angestrebten Wissens- oder Informationsgesellschaft entgegen steht.”

Ein veraltetes Verständnis von geistigem Eigentum? ich gebe ja zu, dass die Definition von geistigem Eigentum wohl etwas schwammig, oder auch unhandlich ist. Aber falsch ist sie sicherlich nicht. Was erwartet uns denn nach der Neuregelung des Begriffs und damit des Urheberrechts? Jemand schreibt einen Text oder ein Buch weil er a) Freude daran findet und b) auf diese Weise Frau und Kinder ernährt. Das Buch wird eine Zierde seiner Art – verkauft sich gut, bekommt überwiegend positive Kritiken und der Autor ist mit seinem geistigen Eigentum zufrieden. Nun geht jemand daher und erklärt, das Werk sei so gut und nützlich für diese Informationsgesellschaft, das es in anbetracht der zu erhebenen Gebühr des Buches (von dem zugegebenermaßen nur ein kleiner Teil an den Autor selbst geht) wider der Informationsgesellschaft sei und bestimmt daher, dass das Buch nicht mehr das geistige Eigentum des Autors ist und nun allen in jeder Form kostenlos zur Verfügung stehe. Klar – übertriebenes Szenario – aber was genau die Piraten mit dieser Neuregelung des Begriffes meinen, bleibt völlig unklar.
Noch lachhafter aber diese Argumentation:

“Da sich die Kopierbarkeit von digital vorliegenden Werken technisch nicht sinnvoll einschränken lässt und die flächendeckende Durchsetzbarkeit von Verboten im privaten Lebensbereich als gescheitert betrachtet werden muss, sollten die Chancen der allgemeinen Verfügbarkeit von Werken erkannt und genutzt werden. (Quelle)”

Aha. Weil man bisher kein erfolgreiches “Mittel” gegen das Raubkopieren gefunden hat, soll mans einfach sein lassen und leaglisieren? Erinnert ein wenig an eine Vogel-Strauss Taktik. Seit 20 Jahren sucht die Forschung  nach einem Mittel gegen Krebs. Nun ist bisher kein wirklich wirksames gefunden worden. Also lassen wir’s sein und erklären den Tod an Krebs als natürliche Todesursache??

To make a long story short: Die Piratenpartei ist – nicht zuletzt aufgrund des Beweises von vollständiger Offline-Medienkompetenz – keine Alternative für Regierung oder Opposition. Die haben dort rein gar nichts verloren. Gut dagegen natürlich als Zeichen für die großen Parteien, das nicht einfach alles so hingenommen wird und es tatsächlich Menschen gibt (und zwar an der Menge nicht zu knapp) die Sich auf diese Weise bemerkbar machen.
4,9 % für die Piraten würde das richtige Zeichen an die künftige Regierung setzen – weiterhin verwehrt es sowohl den Links- wie auch Rechtsextremen Parteien gute Wahlergebnisse durch Nichtwähler.

16 Jun 2009

Nur mal schnell ein Auszug aus den Statusmeldungen meines neuen Vorzeige-Emos!

emo-galore

06 Apr 2008

So schön das Wochenende mit WG-Party, Bloggertreffen etc. auch war, so forderte es doch einen schmerzlichen Tribut:

Vermisst wird seit Freitag abend mein roter iPod Nano beladen mit überdurchschnittlich guter Musik. Zwar meine ich mich dran erinnern zu können, ihn auf dem Rückweg nach Hause noch benutzt zu haben. Allerdings ist er hier nicht mehr auffindbar.

Es gibt also zwei Möglichkeiten:

  1. Ich war nicht so sehr betrunken, bin mit dem iPod nach Hause gelaufen und hab ihn irgendwo gut weggelegt
  2. Ich war doch betrunkener als vermutet und hab mir die Benutzung des selbigen nur eingeblidet und den eigentlichen iPod irgendwo zwischen Tangente, Hermannstraße und Thielenstraße verbummelt.

Natürlich wär mir Möglichkeit 1. am liebsten. Ich werde heute nochmals hier alles auf den Kopf stellen. Weiterhin gilt es auch noch 2 Zeugen zu befragen, mit denen ich zusammen das Apartment in der Hermannstraße verlassen habe. Evtl. haben sie beobachtet, ob ich mit oder ohne Musikabspielgerät den Heimweg angetreten bin.

Egal wie es ausgeht. Ich werde wohl ne ganze Weile kein Alkohol mehr in diesen Übermaßen genießen. Man könnte es als Schlüsselereignis beschreiben.
Natürlich bin ich auch für sachdienliche Hinweise aus der Bevölkerung überaus dankbar. Vielen Dank!

Update mit gutem Ausgang

Als ich heute morgen aufstand und in mein Arbeitszimmer ging fiel mein Blick recht ungelenkt auf mein Sofa. Besser gesagt auf die Ritze zwischen Sofa und Wand. Frag mich nicht, warum ich genau da hingeschaut habe. Jedenfalls lag er da. Muss also am Freitag irgendwie vom Sofa in diese (ziemlich verstaubte) Ecke gerutscht sein. Peinlich. Trotzdem froh, dass es gut ausgegangen ist.

Danke an alle :-)

30 Mrz 2008

Trotz einer nicht zu unterschätzenden Menge Restalkohol im Blut habe ich es gewagt, ein WordPress Update auf die aktuelle Version 2.5 zu machen. Als sportlichen Ansporn habe ich dabei einfach mal die Zeit gestoppt, wie lange es dauert die Version komplett auf 2.5 umzustellen. 

Dank der Benutzung des Subversion von WordPress ging der Updatevorgang sehr schnell von statten, so dass hinterher sage und schreibe 3 Minuten 24 Sekunden auf der Stoppuhr standen. Ist doch mal eine schlanke Zeit für ein Update.

Darin inbegriffen waren eine Sicherung des kompletten Systems (ohne Datenbank), aktualisierung der Dateien über svn und die Aktualisierung der Datenbank über die upgrade.php

Das neue Backend von WP 2.5 gefällt mir sehr gut – lediglich die deutschen Sprachdateien werd ich nochmal laden müssen fürchte ich. Was es über das Design hinaus an Änderungen gibt, weiß ich grade nciht – wird sich sicher auch noch rausfinden lassen.

17 Mrz 2008

Anders kann man das nicht bezeichnen. Ich habe in den persönlichen Einstellungen angegeben, dass ich personalisierte Werbung wünsche. Finde ich nicht verkehrt. Werbung gibt so oder so, meinetwegen kann sie dann auch auf mich zugeschnitten sein.
Ja, wenn sie es denn wäre. Denn dieser unübersehbare Werbebanner ist quasi das genaue Gegenteil von personalisiert. So ein Dreck. Dem Laden ist so der Untergang eigentlich nur zu wünschen.

14 Mrz 2008

Da der Sven ja regelmäßig seine Twitterergüsse im Blog preisgibt, und Rouven ja auch irgendwo einen eingestaubten Twitteraccount hat, habe ich mich da grade mal aus Langeweile und Frust angemeldet.
Bisher sieht das alles ganz nett aus. Den Twitter als IM kontakt finde ich ne praktische Sache. Was das SMS-twittering angeht, bin ich noch nicht ganz sicher, ob ich das machen sollte.
Kostet das den normalen Tarif aus dem Handy netz? Oder ist das ne sondernummer?

Naja … wer nicht mit dem Strom schwimmt, der kommt ja nie ans Mehr. Also ein Social-Dienst mehr. Kann nicht schaden

Wer mir folgen will, sei herzlich eingeladen: http://www.twitter.com/denkweite

13 Mrz 2008

Ne tolle Sache, die der Sven da gebastelt hat. Wie oft kommt es vor, dass man einen Artikel unbedingt in seiner Filmsammlung haben möchte, der Preis aber einfach viel zu hoch ist? Mir passiert das zumeist bei Playstation 3 Spielen, die ja von Natur aus viel zu teuer sind, wenn sie auf den Markt kommen. Nur selten sind sie direkt das Geld wert. Lieber warte ich einige Zeit bis das entsprechende Produkt billiger geworden ist.

Jetzt gibt es dafür jemanden, der mir diese Preisbeobachtung abnimmt: Sven beschäftigt mit dem Projekt AmaSnipe vier unter unmenschlichen Bedingung gehaltene indische Kinder, die dir eine E-Mail schicken, sobald dein “Wunschpreis” bei Amazon erreicht ist! Einfach auf der Seite nach Produkt suchen, Wunschpreis und E-Mail angeben und ab dafür.
Wer selbst dafür zu faul ist, kann sich auch die Firefox-Plugins installieren, die sich entweder direkt in das Suchfeld im Firefox installieren oder sogar direkt einen AmaSnipe Button neben den Warenkorblink auf Amazon setzt. Klasse Sache! Ich finde die Idee super und hoffe, dass sie auch bei anderen Anklang findet!

25 Jan 2008

Am Sonntag wird der Landtag in den Bundesländern Hessen und Niedersachsen gewählt. Ich will gar nicht groß auf aktuelle Ereignisse, speziell rund um Hessen, eingehen, sondern vielmehr Überzeugungsarbeit leisten. Mir scheint zu viele Vergessen, dass freie Meinung und Demokratie in Deutschland kein Recht, sondern ein Privileg ist. Diese Privilegien gilt es nicht mit Füßen zu treten, sondern sich zu Herzen zu nehmen.
Vielleicht erinnern sich einige noch an ein Werbeplakat, dass “früher” oft aushing – ich aber leider auch nur aus Politikbüchern kenne. Man sieht einen Tisch, auf dem ein Zettel liegt:

“Wenn du dich nicht entscheidest, verlasse ich Dich!
Deine Demokratie”

Seit einigen Jahren ist das mein Leitmotiv im Kampf, den Menschen die Demokratie ein wenig näher zu bringen. Oft höre ich sachen wie “Politik interessiert mich nicht”, “Ich weiß doch eh nicht, wen ich wählen soll – die machen doch alle nur mist” usw.
Daher schnell ein paar Worte dazu

Ich weiß nicht, wen ich wählen soll

Nicht jeder Wahlberechtigte hat immer eine auf eine Partei zugeschnittene politische Meinung – viele haben auch gar keine Meinung. Für Leute, die das gerne Ändern möchten, gibt es schöne Möglichkeiten im Internet. Ich zB mag sehr den Wahl-o-Maten. Das funktioniert, in dem man mit 30 Thesen der aktuellen Politik konfrontiert wird (“Das dreigliedrige Schulsystem (Gymnasium, Realschule, Hauptschule) soll beibehalten werden”), man kann diesen Thesen zustimmen, sie ablehnen oder ihnen neutral gegenüber stehen. Der Wahl-o-mat vergleicht die eigenen Ansichten mit denen der zur Wahl stehenden Parteien. Am Ende erhält man ein Ranking, in dem man sieht, mit welcher Partei man am ehesten konform geht.
Natürlich ist das keine Wahlempfehlung oder gar -zwang und sollte auch nicht als solches angesehen werden. Aber es kann schon helfen, sich einen gewissen Überblick über aktuelle Politik zu verschaffen und sich in etwa einer politischen Richtung zuzuweisen.

Ich weiß immer noch nicht, wen ich wählen soll

Das ist nicht schlimm. Wichtig ist jetzt nur folgendes: Wählen gehen! Niemand zwingt dich, dich für eine Partei zu entscheiden. Du kannst dich deiner Stimme enthalten. Es gibt zwei Arten, sich der Stimme zu enthalten. Aktiv und passiv. Leider enthalten sich zu viele Menschen heutzutage passiv. Das bedeutet sie bleiben am Sonntag in der Jogginghose Zuhause auf dem Sofa. Aktive Enthaltung besteht dagegen darin, sich zum Wahllokal aufzumachen, den Zettel zu nehmen und direkt ohne etwas auszufüllen in die Wahlurne zu schmeißen. Die Stimme wird als Enthaltung gewertet, aber sie wird gezählt! Die Stimme, die auf dem Sofa bleibt, verrät das System.

Warum soll ich mich nicht passiv enthalten?

Die Sitzverteilung im Land- und Bundestag setzt sich zusammen aus abgegebenen Stimmen und der Wahlbeteiligung. Wer profitiert davon, wenn die Wahlbeteiligung niedrig liegt? Vor allem die kleinen/kleinst Parteien. Allen voran wahrscheinlich die NPD. Der “Erfolg” dieser Partei in der letzten Zeit ist primär nicht der Mehrung der Anhänger zu verdanken, sondern ergibt sich eben aus dieser gleichgültigen Masse, die es diesen Parteien ermöglichen, in Landtage einzuziehen.

Das kann und darf nicht sein! Also bitte nehmt die Chance wahr. Entscheidet euch. Oder entscheidet euch nicht. Egal was, hauptsache Ihr geht wählen!

16 Jan 2008

auf Einslive heute schon den ganzen Tag. Nokia-Handys ab sofort zu boykottieren ist der grundlegende Tenor. Jürgen Rüttgers präsentiert sich dem streikenden Volke als potentieller Retter und scharfer Verurteiler der Firmenpolitik von Nokia.
Natürlich ist es ein Desaster für die rund 2000 Beschäftigten in Bochum, aber wenn man sich mal die Begründung Nokias näher ansieht, wird doch einiges deutlich. Nokia ist der Meinung, dass die Produktion in Deutschland zu teuer ist.

Ich bin mir sicher, dass Nokia damit weder die Herstellung/Logistik der Teile noch Standortgebühren meint. Vielmehr geht es um die Ausschlachtung ertragreicher Firmen durch die Regierung. Wieviel von einem Bruttogehalt an Papa Staat gehen weiß sicherlich jeder, der Geld verdient. Auf ein Bruttogehalt zahlt ein Unternehmen aber noch viel mehr je Mitarbeiter. Lohnnebenkosten, die auf das Bruttogehalt noch draufkommen Betragen derzeit ca 23% für den Arbeitgeber.

Mir wär lieber gewesen, Nokia würde klipp und klar sagen, was Phase ist, nämlich dass Steuern und Nebenkosten in Deutschland einfach viel zu hoch sind um im Vergleich zu Osteuropa konkurrenzfähig zu bleiben. Stattdessen stehen sie jetzt als existenzvernichtentes, profitgeiles Unternehmen dar (man zeige mir ein Unternehmen, dass nicht profitgeil ist) während Rüttgers vor Ort den lieben Onkel spielt.

Dass die Regierung nun überlegt, auch noch die Millionen Fördergelder, mit denen Nokia damals nach Deutschland gelockt wurde, wieder einzufordern finde ich noch viel dreister..

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